Disziplinen und Wertung

Der Wettkampf

 

Disziplinen

Das olympische Gewichtheben besteht aus zwei Teildisziplinen, dem Reißen und dem Stoßen.

Reißen
Beim Reißen wird die Hantel breit gefasst und in einer einzigen Bewegung mithilfe einer Hocke zur Hochstrecke über den Kopf gebracht. Beim gesamten Versuch darf kein anderer Körperteil bis auf die Füße den Boden berühren.  Am Ende müssen sowohl Beine als auch die Arme des Athleten gestreckt sein, der so lange in dieser Position verharrt, bis das Kampfgericht ein Zeichen zum „Ablassen“ gibt.

reissen_1_ breiter Reißgriff reissen_2_ Zug reissen_3_ Hocke reissen_4_ gestreckte Beine und Arme

 

Stoßen
Beim Stoßen wird die Hantel eng gefasst und in zwei Teilabläufen zur Hochstrecke gebracht. Im Englischen wird diese Teildisziplin deshalb auch „clean and jerk“ (Umsetzen und Ausstoßen) genannt.
Beim Umsetzen wird die Hantel in einem Zug auf die Schultern des Athleten gebracht, entweder mit Ausfallschritt oder durch eine Hocke.

stossen_1__0 enger Stoßgriff stossen_2__0 Zug stossen_3__0 Hocke, Hantel auf Schulter stossen_4__0 Ende Umsetzen

Beim anschließenden Ausstoßen wird die Hantel über den Kopf geschoben, meist mithilfe eines Ausfallschritts, wobei auch weitere Techniken zu beobachten sind. Am Ende müssen analog dem Reißen Arme und Beine gestreckt sein und in dieser Position bis zum Signal des Kampfgerichts verharrt werden.

stossen_4__0 Start Ausstoßen stossen_5__0 Schwungholen stossen_6__0 Ausfallschritt stossen_7__0 gestreckte Beine und Arme

 

Wertung

Je Disziplin werden im Wettkampf drei Versuche durchgeführt, wobei der gültige mit dem höchsten Gewicht zur Wertung herangezogen wird. Diese erfolgt nach Gewichtsklassen, Relativpunkten oder Sinclair.

Gewichtsklassen
In Einzelwettkämpfen wie Deutschen Meisterschaften werden die Athleten nach Altersklassen und dort wiederum nach Gewichtsklassen eingeteilt. Gewinner ist der Athlet, der in seiner Gewichtsklasse die höchste Last in den beiden Teildisziplinen bewältig hat. Die Zweikampfleistung ist die Summe aus dem besten Reiß- und Stoßversuch. Bei manchen Wettkämpfen wie den olympischen Spielen wird ausschließlich die Zweikampfleistung gewertet.

ak Altersklassen lt. Sportordnung für Gewichtheben (SPO) des BVDG Stand 12/2011
gwk   Gewichtsklassen lt. Sportordnung für Gewichtheben (SPO) des BVDG Stand 12/2011

Relativpunkte
Es gibt Wettkämpfe, beispielsweise Mannschaftskämpfe, bei denen die Relativwertung herangezogen wird. Sie ermöglicht Vergleiche der verschiedenen Gewichtsklassen und Geschlechter untereinander. Die gesamte Mannschaft eines Vereins tritt mit ihrer Gesamt-Relativleistung an. Zwar werden auch hier Reißen und Stoßen ausgeübt, für den schwersten Versuch werden jedoch Relativpunkte in kg vergeben, abhängig von Körpergewicht und Geschlecht des Athleten.

Beispiel:
Gewichtheber John Doe wiegt 78,4 kg, sein Relativabzug laut Realtivabzugstabelle beträgt somit 78,0 kg.

relativabzugstabelle_ausschnitt Ausschnitt aus offizieller BVDG Relativabzugstabelle Stand 04/2004 (Gewicht von 71-80 kg)

Er reißt im Wettkampf im dritten Versuch 97 kg, schafft leider seinen 130 kg Stoßversuch nicht, weshalb sein vorheriger mit 128 kg zählt.
John hat somit eine Relativleistung von [97kg-78kg + 128kg-78kg] 69 kg und steuert diese zur Mannschaftsleistung bei.

    Reißversuche Stoßversuche  Zweikampf
(97kg+128kg)
Name Körpergewicht Realtivabzug 1. 2. 3. 1. 2. 3.
John Doe  78,4kg 78kg  90kg  95kg  97kg  123kg  128kg  130kg 225kg

 

Sinclaire
Eine weitere Bewertungsvariante ist die nach Sinclaire.

loading...